Am Montag wars mal wieder so weit. Mit einer Seelenruhe gleich einer Antilope, die von einem Löwen angesprungen wird, trat ich mal wieder zur Matura an. ![]()
Während meine Mutter also meinte, ob ich nicht doch lieber zuhause bleiben will, sagte ich einfach: “Aber nein, Mama. Ich rechne das mal auf die schnelle und in 10min bin ich dann auch fertig.” Ok, ich gebs zu, ich wollte da nicht hin. Meine üblichen Nerven, die sich immer gerne vor Prüfungen verabschiedeten, schienen diesmal garnicht wiederkommen zu wollen. Doch als ich dann in dem wunderschönen Barat-Saal saß und einen Blick auf die Angaben warf, machte mein Herz einen riesen Sprung! Die Angaben sagten mir etwas! Ich konnte mit diesem mathematischen blabla tatsächlich etwas anfangen! “Diesmal schaffst du es!”, nahm ich mir selber vor. Und tatsächlich hatte ich beim rechnen ein gutes Gefühl. Wegen den vor Nervosität ziemlich gekrakelten Skizzen entschuldigte ich mich gleich, was allerdings mit einem Lächeln des Vorstizenden gleich entschuldigt wurde. Das Erklären der Beispiele fiel mir dieses Mal ebenfalls viel leichter, wodurch ich natürlich auch einen selbstbewussteren Eindruck machte, als sonst. Mit dem Gefühl auf jeden Fall positiv zu sein, verließ ich nach meiner kurzen Prüfung, so kam mir sie mir zumindest vor, wieder den kahlen Ort des Grauens, auch genannt Prüfungsraum.
Schließlich Zwischenkonferenz. Ich dachte bloß: Vollkommen egal, was mir die gleich sagen, positiv muss das sein und der rest ist mir Wurst! Schließlich Urteilsverkündung: Strafe abgesessen, Mathe erledigt! Worte des Vorsitzenden: “Ich möchte Ihnen, Frau Wilhelm, ganz herzlich zu ihrer wirklich SEHR GUTen Prüfung gratulieren. Mit dem SEHR GUT ergibt sich im Jahreszeugnis die Gesamtnote 3.” Ein SEHR GUT! Ich dachte, ich kipp um!
Und das schönste daran: endlich habe ich einen guten Verwendungszweck für all meine Mathe sachen gefunden: den mit brennenden Matheheften lässt sichs eindeutig am besten grillen!